10. Teil - Rockhampton, Emu Park, Bundaberg, Mystery Craters, Elliott Head, Maryborough
Montag
13.05.
Heute gehts auf der Route 66 von Emerald nach Gracemere, das liegt kurz
vor Rockhampton.
In den Gemsfield habe ich 3 Schweizer kennengelernt, welche von Süden nach Norden reisten und so konnten wir sehr gut Erfahrungen austauschen und uns Tips für die weiteren Ziele geben. Wen man bedenkt, wieviel Deutsche es gibt verglichen mit den Schweizern, dann sind wir untervertreten im Outback, was die Eigeninitiative betrifft. Die Deutschen sieht man häufiger auf geführten Touren oder auf Kurzreisen und immer Top gekleidet und sehr oft leider arrogant, was mir auch die Schweizer bestätigen. Einer schrieb Tagebuch nur für sich und die beiden andern siebten wie wild nach Safiren. Sie fanden auch ein bisschen, aber nur das was die Miner als unter Wert übrig lassen. Laut Minenbesitzer hat er aber erst eine von 5 Waschungen aussortiert.
Auf der weiteren Fahrt sah ich zum ersten mal, so eine Art Stachelschwein- allerdings tot. In Blackwater, einem der grössten im Tagebau geförderten Steinkohlenrevier, wurde auf einem Touristengelände eine
riesige Baggerschaufel Abmessung 4/4/3m ausgestellt sowie ein ausrangierter
Muldenkipper, Radhöhe 3m. Einfach gigantisch.
Ein Ehepaar aus WA erzählt mir, es gibt einige noch 50% grösser. Übrigens das zweite Rentnerehepaar, welches mir erzählt, das sie beide ihr Leben lang gearbeitet hätten und nur zusammen 750 AU$ Rente bekommen. Und wieder wird mir sehr verbittert in diesem Zusammenhang unaufgefordert erzählt, das jeder Aboriginal, obwohl er nicht arbeitet im Jahr ca. 10 000 AU$ kassiert, also etwa 200$/Woche.
In Uringa haben sie ein wunderschönes, mitten im Stadtpark gelegenes, kostenloses
Campervan Gelände mit Toiletten und Duschen. Viele Gemeinden bieten hier
sowas an, weisen aber nicht besonders darauf hin. Sowas müsste man vorher
wissen.
Und wieder bin ich nach einer Querung der Great Dividing Range im
Küstentiefland.
Es hat hier seit Wochen nicht geregnet erzählt man mir, aber im Radio hörte ich das weiter südlich in Brisbane morgen nachmittag Schauer erwartet werden. Also bleib ich morgen in diesem Gebiet. Heute ist Waschtag und auch der Pool bekommt Besuch.
Dienstag
14.05. Rockhampton
Emu Park
Bedingt durch die morgendliche Kälte 15 Grad bleibe ich jetzt morgens
länger
im warmen Schlafsack. Habe einen sehr schönen ruhigen Zeltplatz erwischt.
Als Checkouttime habe ich 12Uhr ausgehandelt, um den Pool auch richtig geniessen
zu können, der herrlich unter vielen verschiedenen Palmen liegt. Wir liegen
hier am Wendekreis des Capricorn weiter südlich zählt nicht
mehr zu den Tropen. Dann geht es weiter nach Rockhampton, auch eine
selbsternannte Rinderhauptstadt, unterstrichen durch überall aufgestellte
lebensgrosse Rinderdenkmäler verschiedener Rassen. Ubrigens Ist Rocky
(Rockhampton) die echte Meat Capital nicht Mackay. Mackay ist eher für
sein Nachtleben bekannt und seinen Internationalismus – das heimliche
Newyork-Amsterdam !
Nach einem Besuch des riesigen shoppingcenters geht es nach Yepoo, wo die Capricorn coast beginnt. Bis zur Ortschaft Emu Park gibt es sehr viele gut gelegene CarVan Parks mit sogar einer Feriensielung mit integriertem Zeltplatz und phantastisch leeren je nach Tide 20 - 50m breiten Stränden. An den Stränden traue ich meinen Augen nicht.

Sehr oft ist es kein Sand sondern 3mm lange 1mm Durchmesser grosse Schneckenhäuser.
An den Strandrändern angespülte Muscheln in einer Menge, dass man
mit Schaufeln Säcke füllen könnte (Emu Park).

Am Abend ein phantastischer Sonnenuntergang in den verschiedenen Blau und Rottönen
dessen Farben sich am nassen Strand spiegeln. Ich beobachte sehr lange verschiedene
Krabben eine winzige die sich mit enormer Geschwindigkeit bewegen kann. Später
kleine Spatzengosse Vögel die sich noch einen Tick schneller bewegen können.
Die öffentlichen Stränden mit Rasenflächen und davon gibt es
hier sehr viele, alle mit Duschen, Toiletten und Umkleideräumen versehen.
In den Umkleideräumen immer verschlossene Kästen, lt. Aufschrift vorgesehen
für nicht mehr benötigte Spritzen.
Anscheinend ist dies den Stadtvätern lieber als Spritzen, die manchmal
im Sand gefunden werden und als mögliche Aidsüberträger gefährlich
werden können.
Am Strand lerne ich Werner und Cornelia aus der Gegend um Hannover kennen.
Wir erzählen von unseren Erlebnissen von gutem Mischbrot, Kartoffelgerichten
und dann von unseren Auslandsreisen. Werner war schon fast überall geschäftlich
als Supervisor für industrielle Fertigungsanlagen auf der Welt. Manchmal
nimmt er seine Frau mit, wenn er nach getaner Arbeit seinen Urlaub anhängen
kann. So war er schon viermal in Australien. Am Anfang viel mit dem Campervan,
dann auch mal mit Flügen um Zeit zu sparen. Er weiß viel und versteht
gut zu erzählen.
Mittwoch 15.05.
Um 6 Uhr aufgestanden als die Sonne aufging. Ein wunderschöner Fleck in
Emu Park an dem ich jetzt schon den 3. Tag verweile. Ausser mir übernachten
noch Chris und Mark in ihrem VW Campbus, den sie für 79$/Tag gemietet
haben hier. Sie schon 2 Tage länger hier. Gehe viel schnorcheln. Mit
farbenfrohen Fischen und Korrallen ist die Ecke leider nicht gesegnet. Dafür
ist der riesige Strand fast menschenleer. Die Nächte sind ideal zum
schlafen. Man muss nicht bis nach Mitternacht auf kühlerere Temperaturen
warten und das Beste - kein Regen.
Toilette, Duschen am Strand,
um die Ecke Geschäfte, wo
man sehr grosse Ananas für 60Cent=70Pf oder 0,35 Euro kaufen kann. Ab
und zu holt einer eine, die wir dann teilen.
Am Abend haben wir im Gebäude der Rettungswache direkt am Strand auf der
Terrasse ein paar Bier getrunken, die Flasche wie hier überall üblich
im Isolierbecher für 2,20$ die Flasche. Da kann man wohl nichts sagen.
Der Pot kostet 2,40$. Engländer sind in meinen Ohren am schlimmsten zu
verstehen. Aber ich taste mich ran. Trotzdem In der Reihenfolge mag ich amerikanisch
und dann australisch am liebsten.

Emu Park Sunset
Donnerstag
16.05. Krokodil Farm, 20km vor Rockhampton
Habe hier meine 2. Übernachtung. Ab und zu trinken wir zusammen Tee.
Mit Mark, einem Buchhalter kann man sich am besten unterhalten. Er, auch der
intelligentere und selbstsichere, hat seine Sprache auf meine Möglichkeiten
eingestellt. Chris, ein Stukkateur, tut sich da sehr schwer und ich verstehe
ihn kaum. Beide sind aus Manchester, wo man glaube ich, neben Liverpool den
schlimmsten Dialekt spricht.
In Emu Park könnte man es auch länger aushalten. Aber die Landstrasse
ruft und so gehts weiter zur Croc Farm 20km vor Rockhampton. Dort haben Sie
tolle Ledergürtel für Frauen und Schnallen mit der Crown des Salties.
Leider nichts in meiner Grösse. Die Auswahl ist leider dürftig. Produkte
kann man sich aber machen und zuschicken lassen.
Adresse: coorana@rocknet.net.au.
Ein Gürtel z.B: Hornback belt 42" with 4 nuchal scutes showing,
leather, 250$ incl. Genehmigung und Porto.
Freitag 17.05. Bundaberg
Abfahrt von Gladstone der Stadt mit der grössten Aluminiumraffinerie
der Welt. 600 000t Aluminium/Monat verlassen das Werk jeden Monat. Es benötigt
ein Drittel des Strombedarfs von Queensland. Das mit riesigen Lastern angelieferte
Bauxit wird zu Aluoxid verarbeitet und zu Barren geschmolzen. Das Werk muss
man bei Nacht gesehen haben. Gestern aus der
Ferne glaubte ich erst an ein riesiges
Volksfest.
Das Lichtermeer erinnert
an die
BASF in
Mannheim
der
größten
Chemifabrik
der Welt.
Die Ecke hier hat übrigens keine Termitenhügel. Die Termiten bauen
über dem Boden, um einen Baumstamm herum, in ca 2-5m Höhe ihre Burgen.
Danach gehts nach Tannum Sands an der Küste. Auch nur ein Villenort
für die besser betuchten aus Gladstone.
Dann Bundaberg, der Stadt, die in Australien für Rum steht. Kein
Wunder, wird hergestellt mit der Melasse aus Zuckerrohr, der hier überall
wächst. Obwohl die Stadt eines der grössten Gemüse Anbaugebiete
Australiens sein soll, habe ich davon nicht viel gesehen.

Dafür die Mystery Craters eine der Attraktionen. Über 30 Löcher,
im mit grossen Ockereinschlüssen durchsetzten Sandsteinbrocken, Fläche
ca.800m2. Die Löcher 2-6m Durchmesser
z. T. in der Form eines Fussabdrucks sind untereinander nicht verbunden und
teilweise mit Wasser gefüllt. Die Entstehung ist den Wissenschaftlern
und auch mir ein Rätsel.
Nur, der Name crater erweckt Vorstellungen, die absolut falsch sind.
Mit 6$ ist aber die Erfahrung auch überzahlt. Bundaberg hat mir sehr gut
gefallen. Kleinstadt und trotzdem eine 1km lange Mall, sowie noch die Nebenstrassen
voll mit Geschäften. Hier macht shopping richtig Spass. Übernachten
kann man sehr gut in Elliott Head, wo ein Campingplatz direkt am öffentlichen
Strand liegt.
Am Abend habe ich mit Tim und Torsten 2 Deutschen die nach dem Abitur 5 Monate
durch Australien reisen wollen, eine Cola am Kiosk getrunken, nachdem wir
das
2.5km enttfernte Pub in der Dunkelheit nicht fanden. Ein 77Jahre alter Australier
unterhielt uns mit Reimen aus dem von ihm geschriebenem "Bush Prosa" Buch.
Die Reime hatten Charm und Humor, waren aber schwer zu übersetzen.
Samstag 18.05. Elliott Head
Sehr zum Leidwesen des Campingplatzbetreibers gibt s dort einen nicht zum Campplatz
gehörenden Kiosk. 20m weiter öffentliche Toiletten, Duschen, Umkleideräume
und an der Bootsrampe ist auch kein Schild zu finden, dass das Übernachten
hier verboten ist. Das Städtchen hat grosszügige Grünflächen
mit Sitzgelegenheiten überall an der Küste.
Der Strand ist vom allerfeinsten. Dünen, Sand und das Strandgelände
mit Felsbunen geschützt, so dass auch viele verschiedene wunderschöne
tropische Fische hier zu finden sind. Jedenfalls mehr als in Emu Park, welches
noch zu den Tropen zählt.
Habe relaxt, geschnorchelt und sogar einen grossen Flathead gesehen, auf den
die Angler hier besonders scharf sind. Gestern abend um 18.00Uhr, sah ich 4
Delphine in 15m Entfernung Richtung Hafen in die Flussmündung ziehen.
Weiter sind immer zu sehen 1 Kormoran und 4 Pelikane.
Übrigens haben Tim und Torsten zwar eine working visa, aber Arbeit
ist nicht zu finden. Es ist zur Zeit keine Ernte Hochsaison, die beginnt erst
im September. Einheimische werden für die wenigen Gelegenheitsjobs bevorzugt.
Ob das Geld für 5 Monate reicht? Sie schlafen in einem total überladenen
Ford Falcon. Zum Schlafen steht Gepäck vor dem Wagen und das Dach
ist auch vollgepackt. Sie müssen viel umladen um schlafen zu können.
Aber sie fühlen sich wohl. Um 14Uhr verlasse ich nach einigen Schnorchelgängen
und Gesprächen mit Anglern diesen auch landschaftlich herrlich gelegenen
und unbedingt zu empfehlenden Flecken Richtung Süden.
Nachdem ich mir noch Maryborough anschaute, übernachte ich auf einem
legalen Rastplatz vor Gympie.
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